@
Réfer. : 0006A .
Auteur : Anonyme.
Titre : Hermaphroditisches Sonn-und Monds-Kinds.
S/titre : Das ist: Der Sohns deren Philosophen...
Editeur : Joh. Friederich Krebs. Maynz.
Date éd. : 1752 .
@
+@
Hermaphroditisches Sonn-und Monds- Kind, Das ist:
Des Sohns deren Philosoph
en na- türlich-übernatürliche Gebährung, Zerstöhrung und Regenerirung
oder
Vorgestellte Theorie
und Practic
den Stein der Weissen zu suchen und zu machen. Durch einen unbekanten Philosophum
und Adeptum
in 12.
emblematischen Figuren und so vielen Paragraphis.
Mit Applicir -
und Beyfügung so vieler Cano-
ni
schen Ver
sen des berühmten Schwedischen Adepti Northons:
aus einem alten ma-
nuscript
gezognener praesentiret. Nun aber nach dem mysti
schen Verstand und innerem Weesen explici
ret nebst denen Caballistischen Zeichen Salomonis durch Einen Lehr - Jünger der Natur. L. C. S.
==============================================
Maynz, bey Joh. Friederich Krebs Buchhändler
----------------------------------------------
Gedruckt in der Edurf. Hof-und Univers. Buchdruckeren bey
denen Häffn. Erben/durch Elius Peter Bayer 1752.
@
@
Vorrede.
Ie wunderbarlich zu diesem
kostbaren Büchlein gekom-men, welches von der Hermeti
schen
Kunst alles in allem, und zwar in
Compendio
enthaltet, ist ohnnö-
thig zu erklären und anzuführen:
gnug dass ich es selbsten einem fato
chymico
oder sonderlichen Schi-
ckung zuschreibe und davor erken-
ne: die Emblemata
seynd ohnver-
gleichlich, welche die Practic
der
ganzen Kunst vorstellen, und zei-
gen die Paragraphi,
dass der Author
derselben, dieser Geheimnuss-vollen
A 2 Sinn-
@

( 4 )

----------------------------------------------
Sinnbildern Erfinder und Mei-
ster gewesen: schad ist es nur, dass
dieser ehrliche Mann aus Demuth
seinen Rahmen verschwiegen, und
nur die Ehr dem canoni
sten über-
lassen, welche doch, ohn einen dem
andern vorzuziehen, ihme gleicher
massen gebühret hätte. Der Canoni
st
mit Rahmen Northon
oder
Hautnorthon,
von Geburt ein
Schwed, ware ein Schwieger-
Sohn des Welt berühmten Pohl-
nischen Adepti Sendivogii,
gleicher
Gelährtheit und Kunst-verständi-
ger, welchen beyden sich obiger Emblematist
gleich zu gleich gesellet,
dahero er auch billig denen selben
in allem gleich zu achten ist: die-
sertwegen dann dieses vorteffliche
Wercklein um so mehr zu lieben
und
@

( 5 )

----------------------------------------------
und hoch zu schäzen, als dasselbe
von zweyen Adeptis componi
ret,
und uns zum Russen, und der Hermeti
schen\
\&\&
Kunst zu Ruhm ans Tags-&
Licht gekommen ist; weilen aber
wegen verborgenen Ursachen sol-
ches gar zu compendieus
und et-
was starck hyeroglyphi
sch gesezt ge-
wesen, als funde der Mühe wohl
werth zu seyn, solches nach seinem
innern und mysti
schen Verstand zu
durchgehen, und durch Vollkom-
mene, schier zu teutsche Verdoll-
metschung zu vergrössern, anhof-
fend, dass GOTT die hand darü-
ber halten, und denen Unwürdi-
gen dannoch die Decte vor ihren
unweissen Augen lassen wolle. Ich
abstrahire grosses davon zu spre-
chen, weilen dadurch meine eigene
A 2 gloire
@

( 6 )

----------------------------------------------
gloire
zu suchen vor verächtlich hal-
te, doch wünsche dem würdigen
Leser, dass er solches erkennen, und
dardurch dieses so grosen, von
Anfang der Welt bis auf unsere
spathe Zeiten so geheim gehaltenen
Hermeti
schen Geheimnusses theil-
hafftig werden moge, welches von
Herzen wünschet Author.
@

( 7 )

----------------------------------------------
Erklärung dieser Figur.
D Iese Figur ist umständlich, und mit Philosophischen Augen gar wohl zu betrachten; dann da siehet man im Centro
des innersten Umcrayses,
das Sonnen-Bild mit 7.
Strahlen,
und oben ihm auf der Crone das himmlische Salni
ter
des allgemeinen grossen Welt und Natur-Geistes,
und bedeutet das Sonnen-Bild das Chaos
oder Subjectum naturae Catholicum,
als die
im Centro
der Erden allerreineste Ausgeburt dieses
allgemeinen Welt-Geistes, den centrali
schen sulphur
mit dem astralischen Mercurio
beschwängeret,
das weisse Gold der Weissen, die geblätterte
Erde, die Trevisani
sche Fontain.
Der aüfferste Circul bedeutet den Umcrays des Himmels, worinnen die 7.
Planeten durch das
primum mobile
zur im~erwährenden concentri
rt
und influi
rung in das untere angeflammet worden,
wordurch das untere gleich wird dem obern, und
ist das obere dann gleich dem untern.
Die Stellung deren Planeten in dieser Figur ist ebenfals Geheimnuss-voll, massen Saturnus
die
unterste oder erste Stelle besizet, als welcher obig
Centrali
sch-wässerigtes Feuer, oder, das astrali
sch-
feurige Wasser mit seinem Crays oder Kälte congeli
ret,
das es zum Vorschein und dem Künstler
zu handen komt, den Anfang, Mittel und Ende
zum Philosophi
schen Werck dardurch fortzuführen,@
@massen das guldene Sonnen-Kind allschon@
darinnen Verborgen liegt.
A 4
Jupiter
@

( 8 )

----------------------------------------------
Jupiter
folget Saturno
in der ascendenz
am nähesten, welcher im philosophi
schen Werck
nach der schwärze Saturni,
nach geschehener composition,
und nach verfinsterung Solis & Lunae,
aus dem Bauch des Saturni,
sich wie ein lüfftiger
Drach in das Paradisische überschwinget, und aus
der finstern Irrdischkeit in die reine Elementen versezet,
und also den neugeborhnen schwarzen Sohn/
der in lufften geborhen worden, gleich einem edlenStein
zum Vorschein bringet, und hierdurch den
alten Adam die äussere finstere Welt ganz und gar
von sich abwirsset.
Run stehet in oberster Stell Luna,
die schneeweisse@
Diana, @die fixe Königin, nunmehr durch die@
Class
en seiner Eintränckung alle Pfauenschweiffigte
Farben durchloffene, und in die fixeste Weisse gesezte
Stein, welcher das paradisische reine Lufft-
Reich schliesset, und nun durch continuation
des
trocknen himmlischen Feuers den Weeg zur him~lischen
Feuer-Welt und rother Tinctur
antrittet.
Nach Luna
steht zu erst und oberst Mercurius,
der anfänger, Mittler und Vollender des ganzeit
Wercks; dass humidum radicale,
oder die Grund-
Feuchte des weissen fixen-Steins: betrachtet ihn,
wie er sich von der obersten Stelle des Monds abwärths@
schwinget zu der@ veneri
schen Gilbe? erzeiget@
hierdurch, dass, wie er sich in flüssiger Form geschwungen
bis fixen Diana, er jezo in trockener
Form auch vermögend seye, durch Venerem &
Martem gar in das centrum Solis einzudringen.
Paragra-
@
( 9 ) 
----------------------------------------------
Paragraphus Primus.
Nter den 7. Planeten werd ich Sol
genannt
Mein Cron - Spiss ist mit wohl bekant:
Mann wir beyde ganz rein und pur,
Gebunden werden mit Mercur,
So wächst hieraus der schwarze Rab
Wird dann verscharret in das Grab:
Und wieder auch als neu gebohren,
Mit Lilien geziert und auserkohren;
Bis zu lezt erscheint der Sonnen-Sohn
Geziert mit Purpur in seinen Thron.
Erklärung darüber.
Wann sich der allgemeine Welt-oder Natur-
Geist in das Central - Feuer Erde ergossen,
und darinn zu arbeiten angefangen, wird derselbe@
in Mercuriali@scher Feucht-und flüssiger Gestalt@
und form gebunden, und durch den Archaeum
der Erde, als ein geschwängerter Lufft fort-und
herfür getrieben, von Saturno congeliret, und
gleichsam als die recht Metallische Gur, so sperma
metallorum heisset, dem Künstler vor die
Füss geworffen, welcher es als den grösten Schatz der Welt erkennend, mit Freuden nacher Hauss
trägt, in die gläserne Herberg einführet, mit dem
himmlischen Mercurio
verbindet, und so dann
verschliesset, worauf dann wachst der schwarze
A 5
Raab
@

( 10 )

----------------------------------------------
Raab in der putrefaction,
welcher nach seiner
neuen Geburt im Paradisischen Reich zur fixen
Diana,
und lezlich zum gecrönten Sohn der
Sonnen wird.
C A N O N P R I M U S.
Hr GOtes frommen, und ihr lieben
Die sich in Kunst und Tugend üben:So nicht wider GOtt, noch den Nächsten
Sondern jedem gereicht zum besten;
Habt ihr dann Luft, ich will euch weisen,
den grosen Schaz, den ihr werd preisen,
Von GOttes Wort, und des Menschen
Seel,Ein golden Brunn, und silbern Quell.
Ich bin derselbe von dem ich sag,
Der Welt gut mir nicht gleichen mag:
Doch auch ein gifftiger Wurm und Drach,
Ein grimmiger Löw mit offenem Rach,
Alle Metall
thun sich vor mir bücken,
Ergreiff ich sie, so gehen sie in stücken.
Erklärung darüber.
D Er Künstler soll fromm, auffrichtig, Gott und seinen Nächsten liebend erfunden werden, damit er zu diesem höchsten Geheimnuss der
Natur, welches blos und allein von GOtt als
ein
@

( 11 )

----------------------------------------------
ein Gaab und Schanckung dependi
ret, um so
sicherer gelangen möge: alsdann fangt der Author
des Canon
s an, von dem Urstand der primate riali
schen
materie
des Steins zu schreiben, dass
sie von Gottes allmächtigem Verbo, Fiat,
bey
der ersten Schöpffung schon geurständet, und
durch den göttlichen Aushauch (welchen man
Spiritum Mundi,
oder Nutur-Geist heisset,
also beseclet worden seye, dass diese so herrliche
materie
biss zum Ende der Welt könne eben so
Kräfftig, wie beym Anfang der Schöpffung zu
diesem hohen Werck erhalten werden. Dieses
nun ist das Superius & inferius Hermetis,
das
Brünlein Bernardi,
und magischer Feuer-Staab
Hermogenis:
ein sulphurischer Gold - Brunn
der Erde, und ein Mercuriali
sche Silber-Quell
des himmlischen Gestirns: das gröste Guth der
Welt, nach der Seele des Menschen, ob es schon
nach dem aüsserlichen mit Gifft und Aussaz geschlagen
bis zum Eintritt in das Paradisische, dem
Fluch unterworffen ist.
Erklärung der zweyten Figur.
D Ieser Feuerspeyende flüchtige Drach ist dass Vöglein Hermetis,
welches von Norden einen Flug hernimt, und weilen es als ein him~lisch
Geschöpff aus Feuer und Lufft bestehet, hat
es Macht, das kalte. Chaoti
sche Wasser zu erwärmen,
und durch seinen feuerspeyenden Mund
in eine jungfränliche Erde, ja endlich gar in einen
Wachs
@

( 12 )

----------------------------------------------
Wachsflüssigen feuerbeständigen Stein, so Tinctur
heizet, zu verwandlen. Seine Drachen-Flügel bestehen aus 7.
Zacken, anzudeuten, dass, wo mann ihm seine Flügel
nach Eleazar
s-Meinung abhauen wolle, man
ihm gemächlich, und ohne Corrosiv,
als emen
nur nach dem andern, durch alle drey Welten, Seder
aüfferen, Paradisischen und Himmlischen Abstüzen
müsse, durch öfftere Versperrung in denen
Meer-Insulen deren Philosoph
en, wo er sich so
voller Erde frisset, da er alles, was fix ist, will
flüchtig machen, dass er nicht mehr fliegen kan, sondern
selbsten ein Gefangener wird, durch des Saturni
Sense, dass es zu lezt umgewend heisset: alles, was flüchtig ware, ist jezo fix.
Paragraphus Secundus.
Ann mich die grosse der Weltweissen,
Welche höchstens hievor zu preisen,Hätten so deutlich offenbahrt,
Wie von Philaleth
beschrieben ward,
Und wann mein Mutter die Natur,
Meinen sehr glanzenden Mercur,
Nicht hätte mit grauer Farb umgeben,
Und offen stünd mein feurigs Leben,
So würden Adepti
seyn ohn zahl,
Gleichwie Sophi
sten überall.
Weil aber GOtt es also gemacht,
Dass
@

( 13 )

----------------------------------------------
Dass die geizig Welt nicht habe Macht,
Zu ergründen meine Natur,
Noch auch zu finden meinen Mercur,
So bleib ich denen nur bekandt,
Die GOtt zu meinem Meister gesandt,
Welche ihnen sagen alles klar,
Und machen mein Figur offenbahr,
Was aus einem der gifftigen Drachen,
Und meinem fix rothen Bruder zu ma-
chen.
Erklärung darüber.
S Ursum Corda! die Augen und Sinnen müs- sen sich zum Himmel schwingen, wann man die allgemeine Mutter die grosse Natur, und den
in ihrem innersten sehr tieff verborgenen Mercurial
Geist, welcher alle drey Reiche belebek, besaaniet
und bescelet, Phylosophicé
erkennen will:
wann solche die Herren Sophisten,
deren Zahl
jeziger Zeit unzahlbar ist, erkenneten, so wäre
zu glauben, dass die Welt bald würde voller Adept
en,
seyn; allein so ist es vor ihren Augen verborgen,
dann sie sehen nur mit gemeinen Augen
nach zerstörlichen, zu Minerali
en und Metallen
schon specifici
rten cörperlichen Dingen, verlassen
die erste Materie
aller Dingen, das sperma
und semen
aller Metallen, welches in graulechter viscoser
Wassers - Gestalt der Sud-Wind zur Ausbeut
gibt, und in welchen der glänzende Mercurius
naturae
verborgen lieget, sch n und erken-
nen
@

( 14 )

----------------------------------------------
nen sie nicht: warum? weil es GOtt also gefüget
und gewolt, das die Geizige, Ausgeblasene,
nur Wolust suchende Welt so höchsten Schasses
verlustiget bleiben solten, welchen der höchste
GOTT nur denen in Einfalt des Hezens die
Natur durchsuchende Philosophen
allein zu gedacht
hatz diese seynd vor so viel tausend Sophis ti
schen
Sucheren und Manipul
anten nur diejenige
welche wissen, was aus dem Gifft des Mercuriali
schen
Naturs-Drachen, und seiner gebrüderten Sulphuri
sch flüssigen und viscosen
Erde zu machen.
C A N O N S E C U N D U S.
On Arth hab ich ein grauen Leib,
Bin doch kein Mann, und auch kein Weib:Beyde Naturen an mir zn han,
Das zeigt mein Fleisch und Blut wohl an,
Das Blut männlich, das Fleisch weiblich,
Die Krafft beyder, die ist geistlich.
Ich hab Manns - und weibliches Glied,
Drum nennt mann mich Hermaphrodit:
Meinen Schaz hab ich im Erdreich,
Wo Mineral,
Metall und dergleich,
Binn doch der keines, wie man vermeint,
Sondern von Natur also vereint,
Auff meiner Metall Form und Gestalt,
Warm, Feucht, trocken und auch kalt.
Erklä-
@

( 15 )

----------------------------------------------
Erklärung darüber.
H Ier zeigst der Author mit Fingern auf den auf Wasser-Arth graulechten viscosen
Leib des primateriali
schen subjecti,
welches hermaphroditi
scher
Arth ist: nach des Wassers Eigenschafft
und seines Geists Mercurii
ist es weiblicher
- und nach der in sich führenden Erde Eigenschafft
und feurigen sulphuris
ist es mannlicher
Arth: nach dem cörperlichen heist es Wasser und
Erd, und nach dem geistlichen Mercurius
und
sulphur.
Weithers zeiget auch in dieser Canon
der Author den Geburts Orth des Subjecti
an, das er
seye im centro
Der Erden, welches wie im zweyten@
Paragrapho @angeführet, der Süd - Wind@
hervor bringet: und bekräfftigets der Author mit
klaren Worten, das es weder mineral,
noch
Metall, sondern ein in vier Eigenschafften deren
Elementen eingegleichtes Weesen oder Substanz
seye. Jezt wo hinaus ihr Herren Sophi
sten und
vergebliche Suchers des philosophi
sen Geheimnusses?
wie gefallt euch die Beschreibung dieses
uncomponi
rten einigen Dings, welches in sich
selbst dem Geist und Cörper nach ein Hermaphrodit
seyn soll, und gleichwohl weder mineral
noch
Metall ist? fallt nicht hierdurch in einem Streich
hinweg, all euer antimonium, vitriol, salpeter,
Salz, Quecksilber, und Schwefel? wo
hinaus mit eurem Gold, Silber und anderen crocis
cis
@

( 16 )

----------------------------------------------
deren Metallen? unum, unum est necessarium,
und zwar dieses, welches ihr weder, kenner
noch wisset: in diesem allein, welches die Natur
selbsten componi
rt hat, stecket alles, was die
Weissen gebrauchen, dieses/dieses bestrebet euch zu
finden und nach seinem innersten zu erkennen, ansonsten
bey all euerer wissene ihr die Scheibe verfehlet.
Erklährung der dritten Figur.
I N vorigen zweyen Figuren haben wir gesun- den und betrachtet das superius & inferius
Hermetis,
den Hermaphrodi
ten in einem einigen
Ding, den philosophi
schen Adam, welcher
seine Rippe oder Evam noch in sich selbst hatte,
welcher nunmehro aber, damit er Kinder zeugen
könne, sein Weib zur Seite sehen soll. Betrachtet
diese Figur nicht nur obenhien, weilen
viel und gross Gehiemnuss der theorie
sowohl als
practic
darunter verstecket? Erstlich delini
ret es
euch das zwifache, von allen Weissen so geheim
gehaltene Gesäss, ohne welches die Kunst nicht zu
vollbringen: zweytens, wie capricus
als die Gold
Erd, sulphur
und man einerseiths, und Beja
als das mercurial
Wasser, der Mon und das
Weib anderseiths, und dannoch Hermeti
sch zusammen
geseigelt seyen. Drittens stehet die hermaproditische
Figur auf einem Circul, andeutend,
das sie zwar gesönderet, dannoch aber in einen
Circul gehöreten. Viertens sehet ihr in diesem
Circul
@

( 17 )

----------------------------------------------
Circul den grünen Löwen, welcher die grünende
oder wachsende Erde vorstellet, welche durch den
himmlischen Salni
ter Löwen-Krafft erlangen
thut, das imbibirte Mercurial-Wasser zu verschlingen,
dass sie gross wird, und wie Schusterpech
aufflauffet.
Paragraphus Tertius.
Ich hat der Hermes Sol
genant,
Wie auch die Luna, so bekant:Riplaeus
den grünen Löwen,
Hierzu den Nahmen mir gegeben.
Unser Author Hermaphrodit
Mich nennt, allein ich acht es nit:
Lass dich auch solches nicht anfechten,
Auch wie sie mich wohl nennen mögten.
Hast dich auch nicht darnach zu richten,
Was die Sophi
für Worte Dichten:
Dann sie mich g'taufft mit so viel Nahmen
Als sie gekönt, und nur bekamen:
Bin doch ein Ding, und bleibs allein,
In mir liegt Bernar
ds fontin
lein,
Bin Aqua sicca,
pur und rein
Mit Mars
muss ausgezogen seyn:
Also bestelt der Philaleth
Der gross Adept
durch seine Red,
Der meine innerste Natur
Coaguli
ret mit Mercur.
B Er-
@

( 18 )

----------------------------------------------
Erklärung darüber.
E S haben alle philosophische-Meister ein- hellig in ihren Büchern der neugierigen Welt zum Nuzen hinterlassen, dass das primaterialische
Subjectum
oder Materie
dess Steins
in Singulari, re & numero,
merckts wohl,
ein ding seye, und zwar ein Simplum
und kein
compositum:
ein von 4. elementen
eingegleichtes
Ding, welches so viel des warmen als des
Kalten, so viel auch des feuchten, als des trocknen
besize; Es bestehe aus Wasser und einer feurigen
Erde, dahero dan nach dem ersten Vers,
Sc. nach der feurigen Erd-Eigenschafft es Hermes
Sol,
und, im zweyten Vers, nach dessen
Mercuriali
schen Wassers Eigenschafft Luna
benennet,
und weilen es in seiner feurigen Naturs-
Eigenschafft, durch des himmlischen feurs entzündung
von Tag zu Tag zunimmt/ und feuriger
wird, so hat es Riplaeus
billig den grünen Löwen
benahmset. Hautnorthon
unser Schwed
heisset es (weilen es nach Hermetis
sag, so wohl
Solari
sch als Lunari
sch) einen Hermaphroditen:
Doch damit man nicht irren möge, ob wäre
unser einfaches Weesen seiner zwiesachen Eigenschafft
halber ein Compositum
von Menschen
Händen zusammen gelegt/ wie leyder, die mehreste
jeziger Alchymi
sten fälschlich davon glauben,
so sezet er den 13.
Vers also: Bin doch ein Ding
und bleibs allein, und im 15
ten Vers: Bin
Aqua
@

( 19 )

----------------------------------------------
Aqua sicca
pur und rein, mit Mars
muss aus gezogen
seyn, bedeutet, dass es im Centro
ein pures
Feur seye, welches auch durch des himmlisch-
Martiali
schen Feurs-Erweckung ausgezogen, und
verstärcket werden mus, nach des Philosophi
theuren Worten: Gib dem Feur das Feur und
Mercurio
den Mercurium 21.
C A N O N T E R T I U S.
Ier Element seynd in mir verschlossen,
Mit Sulphur und Mercurio umb- flossen.Ich bin wild, tödlich, rauch und gifftig,
Fix,
flüchtig, beständig und lüfftig.
Bin weder Thier, noch Kraut, noch
Schmalz,Arsenic, vitriol-alaun,
noch Salz,
Noch Schwefel, oder ein mineral,
Auch nicht ein Gold oder Metall.
Der Weissen Mercurius
ist mein Nahm.
Hab nur ein Wurzel, und zwey Stamm.
Mich thut verachten jedermann,
Weil ich ausser kein ansehen han
In meinen alten grauen Rock,
Bin doch der beste Bienen-Stock,
Der unss da gibt den besten Hönig
Für Potentaten, Fürsten, König:
B 2 Für
@

( 20 )

----------------------------------------------
Für Edel, arm und auch für reich,
Es gilt mir ja ein jeder gleich.
Erklärung darüber.
D Ass das chaotisch-philosophische Wasser kein element
Wasser seye, beweiset der Author
im ersten Vers, sprechend: Vier Element
seynd in mir Verschlossen: Den Urstand
auch seines centrali
schen Sulphuris
und astrali
schen
Mercurii
zu zeigen, sezt er hinzu: Mit Sulphur
und Mercurio umbflossen. Dass auch diese hermaphrodische Materie irrdisch und himmlisch seye, erklären die zwey folgende Versen:
Ersterer beischreibet die finstere, irdische, und
im fluch liegende Eigenschafft, da er spricht: Ich
bin wild tödlich, rauch und gifftig: nicht zwar,
wie mannige es vor das argste Gifft ausschreyen,
und weder zu berühren, noch dessen widerlichen
Geruch zu schmecken getrauen, da es doch in seiner
Roheit in Cur
en schon wundersamen Effect
zeiget, auch nach kleiner Praeparation
mit kleiner
dosi admiracula praestanda
ohne schaden kan
eingenohmen werden, welches nur per parenthesin
in berühren wollen. Der folgende Vers
aber beschreibet des himmlischen Lichts-Eigenschafft
mit diesen Worten: Fix,
flüchtig, beständig
und auch lüfftig.
Es hat bishero der Author
schon öffters die Materie
von innen und aussen benennet, also
zwar,
@

( 21 )

----------------------------------------------
zwar, dass es auch nicht erlaubet von GOtt und
denen Philosophen,
selbige näher oder klärer zu
entdecken: Jezo aber (gebt acht, und spizet die
Ohren ihr Herren Sophist
en) benennets der Author,
was es nicht ist, mit solchen Versen: Bin
weder Thier noch Kraut noch Schmalz, arsenic
vitriol,
Alaun noch Salz, noch Schwefel oder
ein Mineral,
auch nicht ein Gold oder Metall.
Ist also diese Universal-Tinctur
weder zu nehmen
aus dem animalischen noch vegetabili
schen,
auch nicht einmal aus dem zu minerali
en oder
metal
len schon determinir
ten Reich; Aus diesem
dörffte wohl denen heutigen Alchymi
sten
und particulari
sten der Schwindel ins Hirn
kommen: Was ist es dann? Wird manniger
sprechen: Es ist schon bishero mehrmahlen genennt
worden, und ich sage hier zum Uberfluss,
dass es seye die reineste Ausgeburt des himmlischen@
Mercurii in dem Bauch und@ Centro
der@
Erden: Ein Stein in wassers Gestalt, eine unsichtbare
Erd, welche wie das Senff-Körnlein
aufwachset, und durch das Astralische Feur bewürcket,
alles flüchtige sich gleich und zur Erde
machet: Ein feuriges Wasser oder Lufft/ welches
die Kälte Saturni, ob der Erde congeliret.
Schon genug gesagt, wer dieses nicht verstehet,
dem wird auch nicht zu helffen seyn, dannn aller
welt Materien seynd ohne dieses nichts nuz zu
diesem Werck, kein einziger wahrer Author ist
ohne diese Erkanntnuss zu verstehen alle manipulationen,
processen und Feur, Werck gelten hier
B 3 nicht:
@
( 22 ) 
----------------------------------------------
nicht Es ist eine Philosophische Naturs-Materie,
welche nicht Sophistisch, darff tractiret werden.
Es ist der weissen Mercurius in graulechter
Wassers-Gestalt verwickelt, es ist ein emziges
Ding von zweyen Eigenschafften, welches
vor jedermans füssen liegend, von keinem ausser
denen philosophis erkannt wird.
Erklärung der vierten Figur.
M An man die erste Figur gegen diese haltet, wird man unter beyden dem Ansehen nach schlechten Unterschied finden, da es doch jezo
gleichwohl ein ander Gesicht und Ansehen zeiget:
Dann ersteres praesenti
rte das chaos naturae,
jeziges aber stellet vor das chaos philosophicum:
Ersteres hat die Natur, und zweyteres dieses der
Artist
zusammen gefüget.
Ersteres hiesse Materia remota,
dieses aber Materia proxima lapidis,
und ist nunmehro
durch die conjunction
die erste rotation
zu Ende
gelauffen, da die 7. Circulation
en des Wassers
vollendet, und die Philosophi
sche Erd den Astra li
schen
Saamen einzunehmen recht bereitet ist.
Die Königin wird dem König beygelegt, durch ihn die Sonnen-Frucht zu empfangen, und
werden aus dem vier Elementi
schen einigem
Ding die drey principia Mercurius, Sulphur
und Sal
schwadenhafft zum Vorschein kommen.
B
@

( 23 )

----------------------------------------------
Betrachtet den aussersten Himmels-Crays, worinnen die Planet
en in ganz anderen stellen stehen,
als bey der ersten Figur zu sehen.
Dann Mercurius
der hermaphroditi
sche Geist von denen vermischten Cörpern Caprici
und Bejae
trittet in der untersten Stelle am ersten
auf, anzeigend, dass er anjezo seye der erste
Arbeiter an dem Philosophi
schen Kind, und
weilen er, wie aller Amanten Brauch ist, gern
im duncklen Fischen will, so umbziehet ihn der
schwarze Crayss des höckerichten Saturni,
dass
man seiner L'amour
nicht viel wahrzunehmen
vermag.
Dieser Saturnus,
der philosophi
schen Planet
en Stamm-Vatter, der das guldene Sonnenkind
schon würcklichen in seinem kohlschwarzen
Bauch verschlossen hält, folget Mercurio
in der Reyhe am nächsten, und bleibet im Regiment
siebenmahl sieben Täg lang, wo dan sein
Vorfahr Mercurius
vom himmlischen Mercurio
Hülff erlangend, diesen lahmen Saturnum
zwinget das eingeschluckte Sonnen-Kind, welches@
Mercurius @gemacht, wieder anszuspeyen,@
und seinem Nachfolger des Regiments, Jovi
ohnbeschädigter zu überhändigen.
Jupiter
jeziger Oberster Regent pfleget des ausgeworffenen Saturni
schen Kinds im paradi si
schen
Lufftreich ganz liebreich, und gibt ihm eine
annehmliche Gestalt gleich einem wohl geschlieffenen
Edelgestein,
B 4
Ve-
@

( 24 )

----------------------------------------------
Venus
das schneeweisse Cristallinisch hervorgetrettene@
Mercurial@-Wasser ist nun, und@
zwar anderseiths die Amazoni
sche Regentin,
und oberste Beherrscherin des neu angegangenen@
paradisi@schen Lufftreichs, die Säugamm des@
nunmehr Martiali
sch werdenden Sonnen-Kinds,
welches sie durch darreichung ihrer Jungfräulichen
Milch säuget, waschet und wachsend machet.
Nun folget in der descendenz Mars,
welcher das durch obige Jungfern Milch starck und
feurig werdende Sonnen-Kind selbsten ist, und
wann durch starckwerdung dieses fixen sohns selbiger
mit der feucht flüssigen Venus
in Gleichheit
stehet, so erzeigen sich gemischte pfauenschweisigte@
Coleur@en, fast einem Regenbogen gleich/wornach@
es sich zu weissen beginnet.
Luna
ist jezo das Centrum
des zu End gegangenen@
paradisi@schen lufftreichs, die@ Fixe
schne weisse Diana,
der weisse Stein, die gecrönte
Königin, welche die sieben Circulation
em
der Lufft überstanden, und zur Fixen-Tinctur
geworden, alle unvollkommene Metallen ins feineste
Silber metamorphorisir
en zu können.
Paragraphus Quartus.
It meiner rechten Form und Ge-
staltHat mich Northon
so abgemahlt,
Der Philaleths Instructor
war,
Und
@

( 25 )

----------------------------------------------
Und ihm gewiesen alles klar.
In mir ist alles reicht zu finden,
Was du und alle kanst ergründen.
Im Centro
ist mein gecrönt Figur,
Welche bedeut mein silbern Mercur,
So die Sophi argentum vivum
genant,
Und unterm Nahmen Queck-silber.
Vor'gwand.Zweyrauch ganz weis und klar sollen seyn
Sagt Maria
zum Werck gnug allein:
Das bedeut das gefrohrne Wasser mein,
Und meinen Bruder Mercur
pur und
rein.
Erklärung darüber.
E S finden sich heutiges tags viele Speculanten, die sich grosse Mühe geben, die höhe des Himmels, und tieffe des Meers, oder auch
den Mittelpunct der Erde zu errathen, was aber
das medium
zwieschen diesen grösten extremis
oder äussersten dingen seye, ohne welches zu Wissen,
alle Speculationen
vergebens find, da stehet
man still, und ist em Pythagorae Silentium,
In dem Philosophi
schen Werk gibt es unzahlbare Sucher des Steins der Weissen, was
aber der Schlüssel davon seye, welches die Weissen@
argentum vivum @oder@ Mercurium philosophorum
benennet, als das Mittel-Ding zweyer
Cörpern, caprici & Bejae conjunctim,
da
B stehen
@

( 26 )

----------------------------------------------
stehen sie still, weilen es der nodus gordius,
oder Stein des anstoffes ist, massen die heutige
Speculant
en nur nach Irdischen und Cörperlichen,
nicht aber nach Geistlichen oder spiritu
ösen
Dingen imaginiren.
Northon
des berühmten Philalethae
Lehrmeister weisset in diesem Paragrapho
einige
Spuren, da er spricht: Es seye im Centro
der
vereinigten Philosophi
schen materi
en das Argentum
vivum,
oder Mercurius philosophorum
zu suchen und zu finden.
Maria
die Prophetin gibt es noch klärer, was dieses Mittel-Ding der Cörpern seye, nehmlichen:
zwey rauch in Geists-Gestalt, so unsichtbar
übergehet, aus einem schwarzrothen Composito,
und sich in cristallinischer weissen Wassers-
Gestalt des Künstlers Augen praesentiret.
Nun folget dann auch der Schluss, da sie spricht, dass dieses Mittel-Ding schon geschickt
gnug seye, das ganze Werck auszuführen.
Zum Uberfluss, damit man auch wissen möge, aus was vor Cörpern diese zwey rauch entspringen,
so sezet sie hinzu, dass es aus dem Aquâ
compositâ,
und seinem innerlichen Mercurial-
Geist heraus zuzichen.
C A N O N Q U A R T U S.
Ch bin das rechte Einhorn der alten,
Wer mich kan von einander spalten, Und
@

( 27 )

----------------------------------------------
Und wiederum zusammen picht,
Dass mein Leichnam nicht mehr ausbricht,
So wird aus mir die höchste Medicin,
Ohngeachtet ich so wild und Gifftig bin
Curir Kranckheit, gib langes Leben,
Doch wider GOtt kan ich nicht streben.
Erklärung darüber.
S O ist dann nun ein vor allemahl ein einzi- ges Ding die philosophi
sche Materie,
das emzige Einhorn der alten: Wer dieses verneinet,
der hat schon den mechanismum
oder einzigen
wahren naturs Pfad verfehlet.
Ein einzige Materie,
doch mannlicher so wohl, als auch weiblicher Art, ein einziges Glass
zur Arbeit, welches von Aficennâ
zwiefach, von
Basilio
und mehreren aber gar dreyfach genennt
wird. Ein einziger Ofen, welcher feucht-und
trocknes, auch Kalt und warmes Feür gibt, nach
denen Grad
en, als in der Materie
eins deren
Element
en das praedominium
und Oberhand
hat massen nach der materie
Eigenschafft, als
viel sie zu empfangen im Stand ist, sich die Form
willig und ungezwungen einergibt.
Ein einziges Regiment und Ordnung der Arbeit, solve & coagula:
Da hast du alles in
Kurzen, wovon die Welt so selzamer Dicentes
macht.
Spalte, oder solvire
das coagulum,
und keime, oder coagulire
das solutum,
bis das
feuchte
@

( 28 )

----------------------------------------------
feuchte vom Trocknen ganz und gar überwunden
und figir
et ist, so hast du jene grosse Medicin,
welche die heutige Welt nicht begreiffen kan, und
die unweisen schier zu Narren machet.
Erklärung der 5ten Figur.
D Ieser Trigon, welcher das philosophische Gesäss oder Ofen vorstellet, zeiget im Centro
das philosophi
sche Chaos conjunctum
in
verschlungenen und egal
en vier Element
en, Capricum
& Bejam
als die Sonn und den Mond
miteinander vermählet.
Ausserhalb in einem Circul
sehet ihr die drey principia
des steins, gleichsam in Lüfften
schweben, welche wie ein Geist oder Drach *ren
philosoph
en in lüfftiger Gestalt sich aus dem
schlammechten wesen der aussern Welt in das paradisi
sche
bergeschwungen, und in clarificir
ten Cörpern dem Künstler sich sichtbarlich vorgestellet:
dan oben ein weisser Mercurius,
in Mitte
ein rother Sulphur,
und in Fundo
ein schwarzes@
Sal @erscheinet.@
Wisset ihr nun diese reine Principia
Kunst- und Natur gemäss, unscheidlich zu vereinigen, so
habt ihr das Centrum
aus der Scheibe geschossen.
Para-
@

( 29 )

----------------------------------------------
Paragraphus Quintus.
Ie umbwelzung der Elementen vier
Zeiget diese Figur klar hier:Und wer Lufft, Feur, Wasser und Erd
Durch unser Feur in Wasser kehrt,
Und solch Wasser wieder zur Erde macht
Der hat ganz unssre Kunst vollbracht:
Dan Lufft, Feur, Wasser und Erden
Mus von einander getheilet werden,
Und wieder vereinbahret nach der Kunst,
Ganz ohne Zwang, sonst ists umbsunst:
Und geht verlohren Arbeit und Lohn,
Im Punct
der Erde steckt unser Cron.
Erklärung darüber.
D Ie philosophische Schrifften melden in ih- rem Werck von dreyerley circulation
en, in Vorstellung dreyer Welten, als: der aussern
Irrdischen, dan der paradisi
schen, und leztens
der himmlischen Welt.
In der aussern sind Meister, und praedominir
en die grobe cörperliche Elementen, Wasser und Erd; in der paradisi
schen und himmlischen
Welt aber die reine Elementen, Lufft und
Feur.
In der erstern muss die Welt durch den Sündfluth ersäufft werden, und zu Grund gehen.
In
@

( 30 )

----------------------------------------------
In der mittlern wird durch die warne Lufft das Wasser beleuchtet, und erscheinet der
Regenbogen.
Und endlichen in der dritten wird die Welt durch das Feur gerichtet, cristallisir
et und coa gulir
et.
In jeder gehet vor eine Umbwelzung der Elementen, da nehmlichen aus Wasser Lufft, aus
Lufft Feur, und aus Feur Erd wird, auch in der
reduction eodem passu,
Bis aus Ende damit
muss und soll continuir
et werden.
In der ersten lauffen um, sieben Circulation
en des Wassers. In der andern sieben Circulation
en der Lufft.
Und in der dritten sieben Circulation
en des Feurs.
Darauf spricht der Römische Lateiner Morienus
Einsidler zu Jerusalem also: Wann du
wirst verkehrt haben das Wasser in Lufft, die
Lufft in Feur, und das Feur zur Erden, so hast
du, was du suchest.
Ebner massen concordir
et Hermes,
sagend: seine Krafft ist vollkommen, wans zur Erde
gekehrt ist: welches aber ganz natürlich und ohne
Zwang muss geschehen, ansonsten die Arbeit zu
Grund und verlohren gehet.
C A N O N Q U I N T U S.
Llein thu auf Vernunfft und Sinn,
Und nicht besteh mich obenhin: Dan
@

( 31 )

----------------------------------------------
Dan ob ich schon bin schlecht und g'ring
Ist in der Welt doch sonst kein Ding
Das in sich halt wahre Tinctur,
Dan ich hab Mercurium
rein und pur
Gefesselt, nicht beweglich zwar,
Gar flüchtig, jedoch weis und Klar.
Erklärung darüber.
D Ie Augen der Weissen sehen weit anderst und schärffer, als der Unweissen, dann sie dringen ein in das Centrum
oder innerstes deren
Dingen, und erkennen hierdurch den Effect
des Geistes, welcher sich in dem Cörperlichen
praesentiret.
Wahrhafftig ein schlecht scheinend-verächtliches Ding die philosophi
sche Materie,
worinnen
GOtt und die Natur so grosses Geheimnuss
gelegt und verstecket, ausser welchem kein
anderes Ding in der ganzen Natur zu finden,
woraus der Lapis,
oder die Tinctur
der Weissen
zu machen, dan dieses ist der Wohnsiz und Magnet,
ja die reineste Ausgeburt selber des so fürtreslich
reinesten geists Mercurii,
in welchem alles
begrieffen, was die Weisen suchen.
Erklärung der 6ten Figur.
H Ier siehet man den reinen Geist Mercurii in cristallinisch - weisser Gestalt des Wassers, im innersten Trigon,
und weilen sich selbiger
aus der aussern finstern Welt der groben Ele-
men-
@

( 32 )

----------------------------------------------
menten, in das reine paradisische Lufftreich geschwungen,
auch würcklich schon der neugebohrne
Sonnen-Sohn als ein fixer
Edelgestein zu Boden
sizet, welches die Cron auf dem Trigon
bedeutet,
so bleibet zwar die Terra damnata
ausgeschlossen,
ob gleich das Calz der Herrlichkeit
darinnen verschlossen, und der Eckstein werden
muss, worauff das ganze philosophi
sche Gebäu
unbeweglich und Ewig fürdaurend muss und soll
gesezet werden.
Die sieben Stern bedeuten die circulationes
der Lufft, wodurch das paradisi
sche Königlein
ernähret, und an Krafft, Stärcke und Tugend
wachsend gemacht werden müsse.
Paragraphus Sextus.
As trockne Wasser zeig hier an,
Welchs kein Hand benezen kan:Grundfeuchtigkeit ist er genannt,
Der grüne Löw auch wohl bekannt:
Ganz rein und pur durch Mars,
Natur
Wird hier gemacht dieser Mercur:
Gereinigt muss er seyn ganz Hell,
Mit glanz gleich einer silbern Quell.
So ist das Werck gezieret recht,
Sich zu binden mit dem rothen Knecht.
Er-
@

( 33 )

----------------------------------------------
Erklärung darüber.
E S können die Unweisen nicht fassen noch begreissen, wann die Philosophi
von trocknem ihrem Wasser reden, was sie doch hierdurch
lehren mögten: und ist doch die Erkantnuss
dieses trocknen Wassers, die Basis
und ganzes@
Fundament @ihrer so herzlichen Kunst.@
Es ist Aqua Sicca
ein Himmels-Wasser, aqua
rarefacta & condensata,
so alle Couler
en zur
Ausbeuth gibt, und nezet doch die Hände nicht:
Es schwärzet wie Russ, macht weiss wie der
Schnee, und röthet wie Blut.
Es ist allenthalben, und doch siehet mans nicht: Es ist das Centrum
und humidum
so wohl als
calidum radicale
des Steins: der grüne Löw,
und doch flüchtige Drach, welcher durch seines
magi
schen Wassers feurige Natur und Eigenschafft
so spiritualisir
et worden, dass er gleich einer
silbern Quelle lufftig auffzestigen, und ganz
hell und rein aus dem aquâ foetida,
und finsterm
Grab glorreich aufferstandener zum Vorschein gekommen.
Dieses ist der Nymphen -
Bad, wo Sonn und Mond sind hinein gestiegen, sich zn baden,
und endlich miteinander durch künstliche Copulation
so starck zu verbinden, dass sie nimmermehr
von einander zu sönderen.
C C A-
@

( 34 )

----------------------------------------------
C A N O N S E X T U S.
In König in rothen Purpur-Kleyd,
Macht mich beständig jederzeit:Das ist der Weissen reines Gold,
In mir dasselbe suchen sollt;
Das heist: Sulphur rubrum fixum,
All andere Ding meide kurz um,
Dann ich vermag ja alles allein,
Und bin doch nur ein einiger Stein,
Ich leid kein Silber und kein Gold,
Bin auch dem Mercurio
nicht hold:
Im Anfang, Mittel und im End,
Ich alles selbst in mir vollend.
Erklärung darüber.
I N dieser Canon lehret der Canonist, wie practicè
diss schwadenhaffte geistliche Wasser, so die Händ nicht nass machet, als die Grund-
Feüchte des Steins zu binden und beständig zu
machen seye, nehmlichen: in dem Joviali
schen
Regulo,
dem eingebohrnen lufftigen Sohn, dem
schwarzen Steinlein, das mit Rubinen besezt
ist: im neuen Caprico,
dem rothen fixen Schwesel,
welcher doch dieses ganz reinen Geist-Wassers
wahre Ausgeburt, und dahero nur ein eini-
ger
@

( 35 )

----------------------------------------------
ger Stein zu nennen ist; nach welcher so geistlichen
Vermisch-und Zusammenfügung in behörigem
Gewicht der Kunst und Natur es alles allein
in und durch sich selbsten verrichten kan, was
zum Stein der Weissen und wahrer Tinctur
gehöret.
Schweigen also diejenigen/ und werden ihrer Unwissenheit halber in denen Naturs-Geheimnussen
billig schamroth, welche aus Gold, Silber
und Queck-Metall, welche sambtlichen vor
todte unwürcksame Metallen passir
en, einen lebendig
machenden Stein oder tingir
ende Tinctur
erzwingen wollen, da doch dieser Canoni
sche
Adeptus
all solches als hierzu verworffenes gänzlichen
ausmustert.
Es ist zwar nicht ohn, dass der Weissen Stein aus Gold, Silber und Mercurio
bestehe: Ihr
müsset aber zuvor das einzige Chaos philosophicum
im innersten erkennen lernen, welches
nach seinem fix feurigen Erdtheil ihr Gold, nach
seinem flüchtig-wässerrigen Theil ihr Silber, und
nach beyderfeiths weisslich geschehener Vermischung,@
und daraus folgendem@ Producto,
ihr@ Mercurius
oder argentum vivum benahmset wird,
so alsdann euch der Starr gestochen ist, und ihr
näher zum Ziel und End-Zweck gelangen könnet.
Erklärung der 7ten Figur.
D Ie siebente Zahl ist des Philosoph
en Haupt- Zahl, wordurch ihr Geheimnuss - volles C 2
Werck
@

( 36 )

----------------------------------------------
Werck meistens durch passir
en, muss. Nehmlichen
durch 7.
Planeten, durch 7.
Tag-Werck,
durch 7.
Wochen, durch 7. Circulation
en und
7. Systemata.
Durch das 7.
fache Rad der Planeten welzet sich um der allgemeine Welt - und Natur Geist
in sein Elementi
sches Chaos,
Durch die 7.
Tag-Werck, als eines Philoso phi
schen Monaths-Zeit wird die philosophi
sche
Erd bereitet.
Durch 7.
Wochen endet sich ein Periodus
oder Systema.
Durch 7. circulation
en geschehen so wohl die magi
sche als natürliche imbibitiones.
Endlichen durch 7. Systemata
wird das Werck biss zur weissen Tinctur
zum End gebracht.
Das Emblema,
so sich hier praesentir
et, zeiget das in voriger Figur, wie auch in vorigem
Paragrapho
und Canone
mit verblümeter Redens-Art
beschriebene Gold, Silber und Mercurium
der Weissen jezo ganz bloss und auffgedeckt.
Die Sonn bedeutet das von Saturno
ausgespyene Kind, oder Joviali
sches Steinlein, das
in Finsternuss noch halb umhüllete Gold der
Weissen, welches durch sein feuriges Calidum
innadum, magneti
scher Weiss des Mercurial-
Wassers seiner Schwester Humidum radicale
verschlucket und anziehet.
Der Mond ist erst gedachtes Mercurial-
Wasser, das Silber der Weissen, welche beyde in
Gleich-
@

( 37 )

----------------------------------------------
Gleichheit gemischter die wahre Verehligung beyder
des rothen Knechts mit seiner wohlriechenden
weissen Schwester zu weg bringen.
Nun ist noch übrig Mercurius,
welchen das Creuz zwischen der Sonn und dem Mond bedeutet
und ist beyder erst vereinigt-und geeheligten Geschreistern
vortrettende Leibs-Frucht, beyderseithiger
Geist, welcher so mannlicher als weiblicher
Eigenshafft ist, dahero er mit Fug ein Hermaphrodit
genennt werden mag: wie dann beystehendes
Creuz obwarths zum Mond, und unterwarth
zur Sonnen gleichlich gestellt ist.
Dieser Mercurius
der Weissen, Argentum
vivum
benahmset, ist also würckender und leydender
Eigenschafft: dan in magneti
scher
Anziehung seines Mercurial-
Wassers wird er solviret,
und diesertwegen ist er leydent, da aber er
eben dieses Wasser bindet und fix machet, ist er
würckend.
Er ist der Stengel, auf welchem zweyerley Blumen, als weisse und rothe Rosen, Gold und
Silber Blumen hervor wachsen, sehet also das
Gold, Silber und Mercurium
der Weissen.
Paragraphus Septimus.
Ier ist der Anfang unsrer Kunst,
Ohn dieser Beyder ist kein Gunst,Was zu erlangen an der Macht,
C 3 Damits
@

( 38 )

----------------------------------------------
Damits zu tingir
en habe Krafft:
Wie das Elixir
zum langen Leben,
Seynd zwey und ein feucht Feur darne-
ben,Können Gesundheit und Reichthum ge-
ben:Drum betrachte diese Figur eben.
Erklärung darüber.
D As ohne dieser beyden Vereheligung, des rothen Knechts mit seiner weissen Schwester, durch ein schweisstreibendes feuchtes Feur in
der angefangenen Kunst nichts auszurichten seye,
wissen diejenigen am besten, welche biss shicher
wohl gearbeitet, und dannoch gegen diesen Paragraphum,
leyder, gefehlet haben: dann hätten
sie gewust, den rothen Knecht zwischen das
Centrum
Himmels und der Erden zu sezen, und
nachmahls seine Keusche und flüchtige Braut und
Schwester ihm als Bräutigam zu zuführen/ und
in die Arm zu geben, so wäre ihnen der Weeg
zur beständigen Gesundheit und unschäzbarer
Reichthum, so aus beyden Elixiren,
dem weissen
und dem rothen erfolgen, schon längstens gebahnet
gewesen.
C A N O N S E P T I M U S.
Ichts frembdes in mich imbibir,
und
@

( 39 )

----------------------------------------------
Sondern solvir, coagulir:
Und keyre mir das Haupt zum Schwanz,
So hast du die Kunst recht und ganz.
Erklärung darüber.
I N diesen vier Versen schlägt Northon der erstberührten Felsen des Anstoffes auf einmahl übern hauffen; Erstlichen mustert er aus
alle contraire imbibir
ungen, so nicht homogen
oder Einstimmig seynd: dann wolte man Wasser
in Feur giessen, wie solte das Feur nicht erlöschen,
und das Wasser im Rauch davon fliegen?
gib dahero nach Rath des Philosophi
erst
dein Feur ein Feuer, und hernach dem Mercurio
einen Mercurium,
alsdann werden sie einander
ergreiffen und umarmen, und in solcher Umarmung
einander solvir
en und coagulir
en: dann
ein doppelter Mercurius solvir
et, wird aber eben
derselbe durch ein gestärcktes ober doppelt Feur
coaguliret.
Wann nun in solcher Wiederholung aller Mercurius
zur feurigen Erde, als der Schwanz zum
Haupt gekehret worden, so ist die Meisterschafft
und ganze Kunst des Steins vollbracht und geendet.
Erklärung der 8ten Figur.
D Ie Ordnung dieser auffeinander folgenden emblemati
schen Figuren zeiget von An- C 4
fang
@

( 40 )

----------------------------------------------
fang biss Ende des Buchs, Gleich einer Home ri
schen
Ketten, den Anfang, Mittel und Ende
des Steins der Weissen, und zwar so klar, lauter
und ordentlich in Compendio
der gestalten,
dass sie alles (was auch die ganze Schaar der
Weissen jemahlsin Schrifften und ganzen Folianten
belehret) in sich haben, zeigen und belehren.
Dann sie seynd von Anfang biss hieher in Beschreibung der primateriali
schen Materie,
ihres
Urstands und Geburths-Orths, ihrer magi
schen
Reinigung, Separir
ung, Hermeti
schen Sigillir
ung, Imbibir
ung, Congelir
ung, Conjungir
ung,
Sublimir
ung und Zusammenfügung
in auffrichtigster schnur geraden Ordnung verblieben,
wie dann auch in voriger Figur die Verchligung
des rothen Knechts mit seinen weissen
Weib ebenfalls teutsch berühret worden.
Jezo dann folget gegenwärtige Geheimnuss, volle Figur, welcher nach ihrem innern und auffern
vernünfftig ist nachzusinnen: Dann in der
Mitte sezet ihr einen schwarzen Circul,
in mitten
ein solari
sches Craysslein, und oben ein Creuz
diss verstehet also:
Der schwarze Circul
ist die alt - Adami
sche todte Erd, welche durch den himmlischen Anzug
in ihrem innern soll belebet/ calcinir
et, und ihr
verborgenes Salz heraus gelanget werden in eine
dickflüssige Substan
z, welches jene weiss geblätterte@
Mercuriali@sche Erd ist, worein@ Hermes
befiehlt unser Gold auszusäen.
Sonn
@

( 41 )

----------------------------------------------
Sonn und Mond, welche die unserige seynd, hangen gleichlich zur Seiten, dieser Auslaugung
abwartend.
Aus den Stellungen deren vier Element
en leuchtet ebenfalls vor ein grosses Geheimnuss;
dann das Feur, so zu oberst stehet, und mit einem
Creuz oben versehen ist, deutet an, dass das
philosophi
sche geheime Natur - Feur von oben
her müsse gesuchet werden.
Dass aber die Erd gerad unter dem Feur stehet, deutet an, dass die Erd durch das Feur soll
calcinir
et und so feurbeständig gemacht werden,
dass am End Feur, Lufft und Wasser in derselben
ihre sambtliche Werkehrung in eben dieselbe (so
dann der Stein der Weissen heisset) erhalten
müssen.
Zwischen dem Feur und der Lufft schwebet die Sonn, unser guldenes Steinlein, so auch sulphur
rubeum fixum
heisset, und bestehet aus eben
dem Feur und der Lufft, ist männlicher Eigenschafft@
Luna unser@ Mercurial-
Wasser stehet in@
mitte des Feurs und Wassers, zeigend, dass es
aus Feur und Wasser bestehe; ist weiblicher Eigenschafft.
Nun dieser sambtlichen oberen Zusammenfügung,@
circulirung, und einsmahlige@ concentrir
ung@
zur Erde, zeiget an der unterwarts dem
schwarzen Erd - Circul anhangende Mercurialische
Mond, welcher Wasserfeur heisset.
C 5 Pa-
@
( 42 ) 
----------------------------------------------
Paragraphus Octavus.
Ann Sol und Luna mit Mercur
Verbunden wird ein Natur,
Unzertrennlich, Feur beständig,
Der erlangt einen Schaz unendlich.
Doch mercke mit Verstand und Sinn,
Wo diese Figur deute hin.
Und nicht dein Arbeit sey umsunst
Gethan in dieser g'heimem Kunst;
Dann gemeine Luna und Mercur
Verführen viel aus rechter Spur:
Und unsere Luna und Mercur
Ist nur ein Nahm und ein Natur:
Unser Feur wird Wasserfeur genannt,
Worinn unser Luna mit Sole wird ver-
brant.
Erklärung darüber.
W As unser Sol
und Luna
seye, haben wir in voriger Figur klärlich gnug erörteret, die Verbindung mit dem himmlischen Mercurio
in eine feurige Erd-Natur ist ebenfalls alldar
nicht vergessen worden; dass auch unsere Mercuriali
sche
Luna
aus Feur und Wasser bestehe,
welche hier Wasserfeur genennt werden will, ist
schon
@

( 43 )

----------------------------------------------
schon mit angeführet, damit man aber ohn neue
Lehr diesen schönen Paragraphum
nicht durch passire,
so ist uns zu besinnen, die doppelte Eigengenschafft
des hier angeführten Wasserfeurs,
worinn unsre Luna
mit Sole
verbrant werden
solle.
Belangend nun des erstern Eigenschafft welches weiblicher Art ist, und aus Feur und Wasser
bestehet, hat die Macht zu solvir
en und einzudringen,
wie auch grünend und wachsend zu
machen: ist Mercuriali
scher Substan
z, dessen
humidum primigenium
oder radicale
so wohl
dem Calido innato
des sulphuris
als dem calido
sicco
des Salzes zum Unterhalt und Nahrung
dienet.
Des andern Eigenschafft aber, so in sulphure
& sale centralitèr
stecket, und in viscoser
Oehls - Gestalt zum Vorschein kommt, durch das
himmlisch eingepflanzte Naturs-Feur, ist, das
erstere zu binden, und zu coagulir
en.
Werdet ihr nun solche solution
und coagulation
gebührender massen zu reiterir
en wissen,
könnet ihr euch rühmen, diesen Paragraphum
recht
philosophi
sche verstanden zu haben.
C A N O N O C T A V U S.
Er mich auslöset ohne Noth,
Der findet in mir weiss und roth;Ohn alles Wasser und und Pulver zwar,
Sezt
@

( 44 )

----------------------------------------------
Sezt mich auf ein feuchte Baar,
So gib ich von mir selbst ein Quell,
Die leuchtet als der Mond so hell.
Erklärung darüber.
E Inen Stein ohne Zwang und corosiv in Wassers Gestalt auslösen, wie auch einen schwarzen Agatstein in einen Diamanten und gar
Carfunckel verwandlen/ ist ausser denen Philosophis
niemand, möglich solches zu vollbringen,
um so mehr zwar, als der Canonist
hinzusezet,
ohn alles Wasser und Pulver gar: wodurch alles@
aqua fort und Regis,
auch alle@ corrodirende@
Pulver völlig in dir Ferne verbannet worden.
Wie mans aber Philosophisch anstellen solle,
erkläret er im andern Vers also: Sez mich auf
ein feuchte Bahr, nehmlich das combinirte Gold
und Silber der Weissen zwischen das Mercurial-
Wasser / damit es durch dessen feurige Feuchte
mögte miteinander vereiniget, und so spiritualisch
gemacht werden, dass deren vereinigter Geist
Seel und Cörper als eine weisse hellglanzende
Wasser-Quell schwadenhafft vorbrechen könne,
worinnen die Monds-Hörner verborgener begriffen.
Erklärung der 9ten Figur.
H Ier zeiget sich ein geflügelter Adler, und
brennet in dessen Herz eine Feur-Flamm:
Sonn
@
( 45 ) 
----------------------------------------------
Sonn und Mond stehen ob den Flügeln desselben,
und führet derselbe eine Cron auf dem Haupt,
auch den Reichs-Apffel und Scepter in beyden
Klauen.
Der geflügelte Adler ist das Mercurial-Wasser
wegen seiner Flüchtigkeit, und ob es schon ein
Wasser von aussen, so ist es doch pures Feur im
innern, welches die Feur-Flamm im Herzen bedeutet.
Sonn und Mond suchen sich zu bergen unter
dessen Flügel, und freuen sich in ihrem Centro
der Feur-Flammen des Herzens dieses paradissischen
Vogels.
Die Insignien in beyden Klauen bedeuten,
dass zu ihrer Zusammenbring - und Bereinigung
erforderet werde ein Martialisch trocknes Feur,
und ein venerisch feurig gewordenes Wasser, da
auch die Cron des Vogels dessen Figirung zur
Erde figuriret.
Paragraphus Nonus.
As unser Feuchtfeur der Natur
Vor Krafft hat zeiget die Figur:
Vermehr das Feur mit Feurs-Krafft
So wird die Erd zu Wasser gemacht,
Und ist Sol und Luna gestorben,
Wird durchs Feur zum zweytenmahl ge-
bohrn,
Dann
@
( 46 ) 
----------------------------------------------
Dann Wasser, Feur, Lufft und Erde
Mach zu einer roth und fixen Erde:
So ist erste Werck zum Ende kom-
men
Und gebohren der Sohn der Sonnen.
Erklärung darüber.
D Ie Philosophi
melden zwar von viererley Feuren in ihrem Werck, nehmlich nach denen Elementi
schen Complexion
en, doch ist
unter dem feuchten Feur das kalte, und unter
dem trocknen das warme schon begriffen, und ist
eines dieser des andern sein Cur und Erweckung:
Es seynd die zwey philosophi
sche Löwen, deren
einer flüchtig und beflügelt, der andere aber fix
und ohne Flügel, da lezteres Sympathie
halber
das erstere magneti
scher Weiss an - und zu sich
ziehet, wodurch die Erd zu Wasser und das Wasser
zur Erde verwandlet und mit einander vereiniget
werden.
Eins ist solari
sch, das ander lunari
sch, ersteres der rothen, lezteres der weisse Sulphur,
welche
beyde zusammen vereiniget werden müssen.
Es ist der Wolff von Auffgang, und der Hund von Niedergang, welche einander so zerbeissen,
das sie beyde in ihrem Blut todter darnieder fallen.
Wann die Erd, wie berühret, zu Wasser worden, das ist, wann das trockne Feur durch
das
@

( 47 )

----------------------------------------------
das feuchte solviret
worden, und nachgehends
die wärme beginnet in den Feüchten zu würcken,
so gebähret es eine schwarze in den gemischten
Materi
en, welche Sol
und Luna
heisser und ist
dieses die Eclipsis
oder Verfinsterung der Sonnen
und des Mons, welches gestorben heisset.
Wann dem nächst die vier Element
en als eine metalli
sche Gur
in schwarz flüssiger Pechs-Gestalt
durch das himmlische Feur in eine feurig-fixe
Erd gewandlet und erwecket werden, hat das
erste Werck ein End, und ist der Anfang der
Geburh des paradi
ssischen Sohns der Sonnen
schon vorhanden.
C A N O N N O N U S.
Ernach so wachst ein schwarzer Rab
Wohl dem Mann, der da solchen hab:Haltst Feur stets, und gar nicht eil,
So siehest du manche Farb mit Weil.
Erklärung darüber.
D Em gemeinen Sprüchwort nach solls un- möglich seyn, einen Mohren weiss waschen, oder aus einem schwarzen Raaben eine weisse
Daub oder Schwanen zu bilden, welches doch
denen Philosoph
en in ihrer Hermeti
schen Kunst
nichts selzames, sondern leichter Ding thun und
möglich ist. Was
@

( 48 )

----------------------------------------------
Was Noë
mit dem Raaben probir
et, dass er als Kundschaffter ausspehen sollen, ob die
Wasser des Sündfluths bald eingetrocknet seyen
welcher aber, da er im Wasser auf einen todten-
Aass zu grund gangen, nicht wieder zuruck kommen,
solches geschiehet dahier auch: dann es
muss der philosophi
sche Raab im Mercurial
Wasser
ertrincken, und zu grund gehen, damit aus
dieser Fäule ein weisse Daub sich erhebe, und eine
Verkündigung des weissen Steins bey bringen.
Bey lezterer dieser Schwärze kan der Artist
nichts weither helffen, als nur mit dem
feuchten Feur stetiglich anhalten, so lang, biss
die Schwärze verborgen, und die weisse Paradi
sisch
hervor getretten. Ehe aber aus schwarz weiss wird, erzeigen sich Pfauenschweiffigte Couleur
en gleich eines Regenbogens
Farb, welche die intermedia
seynd,
zwischen diesen beyden extremis.
Dann gleichwie, da das feuchte Feur praedominir
ete, Schwärze erbohren ward; also da jezo das trockne Feur anfangt die Obhand zu bekommen,
die trockne Lufft-Farben nothwendig
zu Gesicht kommen müssen, welche sich endlich
in weiss verkehren.
Erklärung der 10ten Figur.
D Er Raab sizet auf der Erde, und zeiget an, dass er selbsten Erd seye: doch ist er mit Flügeln versehen, damit er sich in die Lufft schwingen
könne, er siehet mit offnen Augen gegen die
Sonn,
@

( 49 )

----------------------------------------------
Sonn, anzeigend, dass er durch die astrali
sche
Nord-Lufft volle gespeist werden, damit er nachgehends
durch solche Feurs Erweckung in künfftiger
stets währender Verschliessung und zunehmender
Wärme könne in die schöne Pfauen-Gestalt
gebracht werden.
Der schwarze Hermaphrodit,
wann er im finstern seiner putrefaction
und Schwärze lieget,
hat er Feur aus Mitternacht nöthing, die Weisse
und zugleich das Leben hierdurch zu überkommen.
Das Saturni
sche Bley muss durch das Joviali
sche Feur zu einem Zinn geschmolzen und gekochet werden.
Der Raab, wann er einmahl ertruncken, darff nie, wohl aber die Taub öffters wiederkehren.
Der metalli
sche Saam muss in und durch sich selbsten, ohn allen frembden Zusaz zur vollkommenen
Fäule gebracht seyn, und ist hierbey so
lindes Feur nöthg / welches gleich einer brütenden
Henne seyn soll, so lang biss es zum Cörper
werde, daraus die Tinctur
komme, und ist dahier
das Eilen, die Schwärze zu stören, ein Satanischer
Fund und Eingebung.
Paragraphus Decimus.
Ass erste Werck, wann du vollbracht,
Hat zu tingiren seine Krafft:Es muss unser Jungfräulich Erden
Mit der Natur Milch gespeist werden,
D Im
@

( 50 )

----------------------------------------------
Im Anfang sparsam und ganz gelind
Gleichwie erzeuget wird ein Kind:
Es wird hieraus ein Raab gebohren,
Wie auch der Pfauschweiff auserkohren,
In fünff Monath gehen Lilien hervor
Wann du wilst öffnen ihm das Thor.
Erklärung darüber.
I Nter allen Schwierigkeiten, welche bey dem philosophi
schen Werck sich ereignen, ist die gröste, die Mehrung und Minderung des
geheimen philosophi
schen Feurs, ohn wessen
klare und genaueste Erkantnuss doch gar nichts in
dieser grossen Kunst auszurichten ist: dahero auch
das Wort Alchymia
(welches schmelz - oder
Feur-Kunst heisset) zum Haupt Praedicat
oder
oder Synomino
der Kunst pflegt beygelegt zu
werden.
Es muss der Künstler Wissen, diese beyde gedoppelte Feur, als das feuchte und trockne so einzurichten,
damit sie beständig und ohne Abnam
mit einander circuliren
können, aus dass, wann
das eine leydend, das andere würckend seyn solle;
& vice versâ.
Die Mehrung und Minderung beyder Feuren muss ebenfalls wohl verstanden werden, massen
zur Solution
das feuchte Wasserfeur, und zur
Coagulation
das trockne himmlisch Erd-Feur bestärck
zu werden, unumgänglich erforderet wird:
So
@

( 51 )

----------------------------------------------
So wird auch die Gelindigkeit in Treibung des geheimen Feurs im ganzen Werck von der Weissen
Schaar bestens recommandir
et, bevorab
im Anfang, damit man keines dem andern überliegend
mache, und also des einen erhebung nicht
des andern Ruin procrei
re.
Wie man jedem Absaz seine behörige Zeit lassen müsse, gibt der Paragraphus
die schöne Gleichnuss
von Zeugung eines Kinds, worzu drey viertel
Jahrs - Zeit, wie bekannt, erforderet wird:
und ist eben solche Zeit-Rechnung die Zeit des
Elixirs,
biss zu Anfang der andern Operation
den Stein zu machen.
Wann nun diese Zeit-Rechnung vorbey, ist der Raab von der Thür, welcher seines Haupts
oder Schwärze soll beraubet werden, nachdeme
sie vierzig Täglang gedauret.
Die Pfauenschweiffigte Couleur
en entstehen aus denen halb fix gewordenen, annoch flüchtigen
Geistern, welche auf dem Weeg seynd gar
fix zu werden, alsdann sie sich in Lunam
verkehren.
Des Raaben Haupt ist das Mercurial-
Wasser, welches man soll zu einem flüchtigen Spiritu
machen / und nach Beraubung dessen, den Spiritum
hernach figir
en, id est, tödten.
So ist gebohren der Schwan, der im gläsern Meer schwimmet, und zum Cristall-Stein der
ersten Ordnung erhartet.
Nach Flamelli
Lehr und dieses Paragraphi
sezers sollen fünff Monath oder nach Bernardi
D 2
Tre-
@

( 52 )

----------------------------------------------
Trevisani
Rath hundert und dreyssig Täge in
der Versperrung des feurigen Königs biss zum vollendeten
Stein der ersten Ordnung erfordert
werden.
C A N O N D E C I M U S.
Ernacht begint es sich zu weissen
Wans gar hoch ist, wirst du es preis- sen:Es macht Quecksilber und das Bley
Das Zinn und Kupffer auch darbey,
In gutes Silber sein und neu,
Dafür der Höchst gelobet sey.
Erklärung darüber.
A Us Saturno kommen vielerley Gestalten und Farben herfür, als schwarz, so Saturni
sch, grau, so Joviali
sch, weiss so Mercuriali
sch und Lunari
sch, gelb so Veneri
sch und Martiali
sch, endlichen roth so Solari
sch, und
was noch mehr vermischte Farben heraus kommen,
so alle aus der Natur und Bereitung durch
Kunst gemacht werden.
Wann die geschiedene Principia
in der andern Vereinigung oder Composition,
die Putrefaction
oder leztere Schwärze erreichen, so
nennets man den Laton,
der durch Azoth,
sein
Mercu-
@

( 53 )

----------------------------------------------
Mercuriali
sch auslöss - Wasser geweisset, Cristallisiret,
und durch augmentation
dieses Wassers
zum weissen Tinctur -
Stein figir
et werden soll.
Nachdeme der Stein gefäulet und vollkommen gereiniget, und nachmahls wird fermenti
rt
seyn hast du nicht mehr nöthig, das Gefäss zu
ändern, noch zu öffnen, sondern dass es nur
GOtt behüte, dass es nicht verbrochen werde.
Von dem schwarz Latoni
schen Stein kan niemand zum Gelben gelangen, ausser durch der
Weissen, und niemand zum rothen ausser durch
den gelben: mache dahero weiss das schwarze,
und gilbe das Weisse, dann röthe die gelbe, so
hast du die ganze Meisterschafft.
Der schwarze Stein wird verglichen dem Winter, der Weisse dem Frühling, der gelbe dem
Sommer, und der rothe dem Herbst.
Bey Ausnehmung des weissen Steins ist wohl zu mercken, dass es nicht zu früh aus seinem
Feur genommen werde, ehe er ganz fix und zeitig
ist; dann er am Ende von selbsten in Stück
zerspringet, und hierdurch seine Reiffe an Tag
gibt.
Der Stein der ersten Ordnung tingir
et wenig oder nichts; nachdeme er aber durch den A strali
schen
Mercurium
erwecket, und mit seinem
Auslöss - Wasser vermählet wird, biss er nichts
mehr zu sich nehmem will, alsdann ein Theil
viel tausend Theile unvollkommner Metal
len in
Silber tingir
et.
D 3
Er-
@

( 54 )

----------------------------------------------
Erklärung der 11ten Figur.
H Ier siehest du den Schwan auf beyden Füs- sen, welcher die fixit
ät des weissen Steins anzeiget, und ist gecrönt mit einer silbernen Cronen,
welche alle Metal
len in Silber tingir
et.
Rings um stehen 12.
Stern, welche das philosophi
sche Jahr ausmachen, und zeigen, dass jezo das ganze Firmament
mit Fix - Sternen
versehen, weilen das Wasser alles in Stein verwandlet
worden.
Das Creuz oben mahnet an einen astrali
schen Anzug, entweder mit Vermählung seines Auflöss
- Wasser sich zu multiplicir
en, oder den
Stein durch trocknes Feur zu speisen, und in die
veneri
sche und martiali
sche gelbe ja gar solari
sche
Röthe zu treiben.
Paragraphus Undecimus.
Ann nun der Pfau verliert sein
SchwanzSo kommt herfür Dianä
Glanz:
Der weisse Schwan wird sich sehen lassen,
Die Zierd des Monds, schön über die
massen.Wann Venus, Mars, Mercur
und Zinn
Verwandlen wilst in Silber hin:
mit
@

( 55 )

----------------------------------------------
Mit seines Gleichen musts einträncken,
An widerhohlte Arbeit dencken:
So wird des Schwanen Krafft vermehrt,
Metalla
all in Silber kehrt.
Erklärung darüber.
N Achdeme die Vielheit der Pfauen-Schwan- zigten Farben sich verliehren, so offenbahret sich oben auff ein kleiner Circul in weiss gelblechter
Farb, welches das Vorzeichen der herannahenden
Weisse ist, und in weniger Zeit als ein
blinckendes Schwerd erscheinen wird.
Wie man sich nun wohl zu hüten, dass das Glass vor der rechten Zeitigung und gänzlicher
Figir
ung nicht zu erbrechen, damit das Feur
nicht erlöschen möge, und man eine unzeitige
Frucht erhalte, so ist schon erwehnet worden,
dass es von selbsten zu solcher Härte gelange, dass
es wie Glass in stück zerspringe.
Die Multiplication
belangend, mercke, als offt du es mit Jungfern Milch, welches sein Auflöss
- Wasser ist, solvir
est, und wieder figir
est,
so viel es in qualitate & quantitate 10.
fältig
gemehret wird, als von 10
zu 100
von 100
zu
1000
und so fort in infinitum.
De modo projectionis
gefallt mir vor anderen dieser am besten, wann man den weissen Stein
in seinem weissen Oehl, welches sein ferment
ist,
solvir
et, biss er auch in Oehl gebracht wird, so
D 4
thut
@

( 56 )

----------------------------------------------
thut man Queck - Silber in ein Gefäss, und von
diesem Oehl darauff, halt es im Feur, biss es fix
ist, so wird dieser Praecipitat
Bley, Zinn oder
Kupffer in Silber verwandlen.
Also kan man auch mit dem rothen fixen Sulphur
oder Stein verfahren.
Ehe es mit Quecksilber gemischet wird, von diesem Oehl in Wein oder Brandewein gemischet,
ist das so Welt berühmte Aurum potabile
vor alle, auch die desperate
ste Kranckheiten
des menschlichen Leibes.
C A N O N U N D E C I M U S.
Ahr fort, auffs lezt so wird es roth,
Bekombst du das, so dancke GOtt:Die Sonn ist allen Metal
len hold,
Verkehrt sie in das beste Gold.
Erklährung darüber.
G Leichwie in der Schwärze die Weisse ge- stecket; also stecket in der weisse die röthe: schwarz ist die Eigenschafft des Cörpers, weiss
die Eigenschafft des Geists / und roth die Eigenschafft
der Seele: Dahers die Philosophi
ihr
Werck dreyen Welten applicir
en, als der äussern
finstern, dann der Paradisi
schen Geist-und
der himmlischen Licht Welt.
Die
@

( 57 )

----------------------------------------------
Die erste Arbeit geschahe durch Wasser und Erd nach der äussern finstern Qualit
ät, die andere
durch Lufft und Salz, und die dritte durch
Feur und Licht.
Wer nun weiss dem weissen fixen Stein das himmlische Licht einzuführen, welches deren Philosoph
en
trocknes Feur ist, der weiss auch die fixe Königin mit dem roth-fixen König zu conjungiren.
Koche es dahero in trocknem Feur, und trockner@
calcinir@ung, biss es sich röthe wie Zinober:@
Seze ihm ja kein Wasser zu; noch etwas anders,
biss dass es zur völligen Röthe gekochet werde.
Ehe aber die Röthe vorsticht, gibt es ein graue Aschen, in welcher der Phoenix
verborgen ist, und
im Centro
die gelbe oder Orange Röthe auffsteiget.
Durch stärckere und längere Kochung wird gezeuget der Salamander,
der zu erst eine Gelb-Röthe,
und zulezt eine vollkommene Lack-Röthe annimmt,
und also fix und Feurbeständig bleibet,
sich auch im Feur erfreuet, und seine Nahrung
davon bekommet.
Die Multiplication
und Projection
ist schon in Erklärung des 11
ten Paragraphi
gnugsam erörtert,
dahero hier unnöthig mehrers anzuführen,
da ohne hin mich geliebter Kürze befleissige.
Erklährung der 12ten Figur.
H Ier siehet man eine Schlang welche ihren D 5
eignen
@

( 58 )

----------------------------------------------
eignen Schwanz in Maul hat und ausffrisset;
solches deutet an den fix gewordenen weissen und
rothen Stein, welcher seine Jungfern Milch alle
gehärtet und fix gemacht, nun aber dadurch zum
Salamanter
geworden, welcher im Feur lebet,
und darinn sein Wachsthums-Krafft erlanget.
Der fliegende Drach ist nun zur Erde gestürzet, und speyet Feur aus: der auch alle Metal
len
verschlinget, und in Silber oder Gold trans mutir
et. Das Creuz bedeutet den astrali
schen Feurs- Anzug, wordurch der Salamander
nicht allein in
die veneri
sche Gelbe, und Martiali
sche Citrin-
Röthe, sondern gar in Lack oder Blutröhe gefarbt
werden kan, welcher auch unendliche Jungen
in der Multiplication
erzeiget, wovon schon
mehrmahls gemeldet worden.
Paragraphus Duodecimus.
S ist in unser Kunst gewiss,
Das aus dem Schwanen kommen ist,Ein Salamander
mit Gewalt,
Des Feurs, und der steten Hiz,
Der hievon seine Speiss erhalt,
Und auch hierin hat seinen Siz.
Wie auch mit seines gleichen Blut,
Ernehret wird in Feurs-Blut:
Dar-
@

( 59 )

----------------------------------------------
Darnach muss man ihn lassen walten,
Gleichwie der Pelican
erhalten,
Thut seine Jungen in der Jugend:
Also wird auch der Salamander
Vermehrt an Krafft und auch an Tugend
Von einer Zeit gleich in die ander.
Salamander
kommt dir nicht zu handen,
Wann sieben Stern nicht hast verstanden:
Sieben Eintränckungen zeigens klar,
Dass Salamander
werde offenbahr.
Erklärung darüber.
D As an Regierung des geheimen Feurs alles gelegen, ist bey den Weissen ein ohntrieglische@
Axioma, da sie sprechen: das Feur@ dirigir
e@
und vollbringe alles in ihrer Kunst: hierauff
stimmet gar wohl ein dieser Paragraphus, wann
er sezt, dass aus dem Schwanen der Salamander
mit Gewalt des Feurs und einer steten Hize gezeiget
werden solte: und ist hieraus zu erkennen,
das obgleich das trockne Himmels-Feur nur allein
vorgeschrieben scheint / nichts minder dannoch
eine stete Hiz des feuchten Feurs zur Stärck-
und Unterhalt-auch Erfühlung des erstern hierdurch
angerathen werde, welche hier genennet
wird das Blut seines gleichen Feurs-Glut, unter
der Figur des Pelicans vorgestellet:
Die sieben Stern, welche so wohl die ma-
gische
@
( 60 ) 
----------------------------------------------
gische als natürliche imbibitiones anerinnern,
erkläret der Author selbst:
Hierbey ist doch zu ermnern nöthig, dass die
Milch des Monds nicht ist, wie die Jungfern
Milch der Sonnen: Dahero die Eintränckungen
der Weisse eine viel weissere Milch erfordern,
als die Eintranckungen der Röthe.
Auch solst du deine Rothmachung durch Zusaz
des gelbrothen Mercurii anfangen, du must
aber nur ein wenig darauff giessen, und nur allein
ein oder zweymahl, nachdem du sehen wirst,
dass es nöthig seye: Dann diese Operation muss
durch das trockne Feur, durch die Sublimation
und trockne Calcination vollendet werden.
C A N O N 12M U S.
In Ding der Welt für Augen steht,
So in sich nimmt des Golds-Secret:
Sein Form ist Mann - und Weiblich
G'stalt
Und sein Natur ist hiess und kalt.
Der Mann bleibt vest, das Weib das fliest
Wann mans aus seiner minerâ giest:
Ist doch nur eins, Anfangs und End,
Hiemit der Mann zum Weib sich wend:
Solvir, fäul, wasch, coagulir,
Biss sich der guldne Jung figir:
Den speiss mit seiner Milch auffs neu,
Und
@
( 61 ) 
----------------------------------------------
Und wiederhol das Werck ohn Scheu,
Biss alles fliest und penetrirt,
Alsdann wird seines Gold addirt,
So wird der Geistleib gesaüret wohl,
Zum Werck bereit, der Farben soll:
Wirst du den Schaz durch GOtt recht
finden,
So sey gerecht, hüt dich für Sünden:
Fahr fort, zulezt da wird es roth,
Bekommst du das, so dancke GOtt.
Erklährung darüber.
D Ieweilen in vorigem schon alles begriffen, was nur immer zur Kunst gehören mag, so will und kan der Author
nichts mehrers davon
schreiben noch berühren, indeme er ohnehin die
kürze der Worten in seinen Versen liebet.
Diese lezte Canon
sezet er als einen Epilogum
noch hinzu, worinnen er alles in Summâ
wiederholet,
und confirmir
et, was in seinen zwölff
Canon
en von ihme angeführet worden.
Erstlich dann in den zwey ersten Versen führet er an die philosophi
sche Materie,
und nennets
nach der Weissen Brauch, Ens Mundi,
ein einziges Ding oder Subjectum
des grossen
Welt- und Natur - Geistes, welches allein geschickt
ist, das Secret
der Sonnen als sein Objectum
in sich zu nehmen.
In
@

( 62 )

----------------------------------------------
In folgenden zwey Versen declinir
et er dieses einzigen Dings zwiefache Gestalt: in ersterm
zwar, dass die allgemeine Naturs - Form des
Objecti
seye so wohl Mann - als Weiblicher Gestalt,
und die Materie
dieses allgemeinen Subjecti
seye von Natur so hiess als kalt.
Nun folget die Eigenschafft des bewürckenden Objecti,
und auch des leydenden Subjecti,
da
er spricht: Der Mann, oder besser zu sagen,
das nach männlicher Arth würckende Objectum
sezet sich im Subjecto
zu Thal in Erds-Gestalt,
und bleibet vest: und nach des Objecti
weiblicher
Bewürckung in des Subjecti
weibliche Eigenschafft
verliehret es die congelir
te terrestreitet,
und fliesset oben, also zwar, dass mans
nach Hermetis
Aussag gar füg-und süsslich beydes
von einander separir
en, und dannoch Hermeti
sch
zusammen sigillir
en könne. Dass aber dieses zwiefach scheinende Ding nur eins seye im Anfang und End, beweiset der Author:
Hier aber ist wohl zu mercken, dass es seye
im Anfang und End eins, nicht aber im Mittel:
dann Anfangs ists eins in flüssiger, und am
End ists eins in trockner Gestalt, im Mittel der
Arbeit aber ist es anderst, indeme Capricus
von
Bejâ
getrennet, dannoch in einander influir
en,
und also gleich nach der Separation
biss ans Ende
des weissen Steins die Arbeit fortführen.
Die Handarbeiten benennet hier auch der Author
mit vier Worten: solvir,
Fäul, wasch,
coagulir,
so lang und offt, biss sich der güldene
Jung
@

( 63 )

----------------------------------------------
Jung in Form eines edlen Steins figir:
alsdan
widerhols, wie Anfans bey der Separation
und
Conjunction,
und speiss den Stein mit himmlischem@
Nectar und@ Ambrosiani
scher Jungfern@
Milch, welches solviren heisset: lass es fäulen,
und wasch es per magicas imbibitiones, und lass
es in verschlossenen Gefäss biss zur Coagulation
und Fixation, biss die Tinctur ihre Krafft erzeiget.
Zur Vermehrung oder in die höchste Vollkommenheit
zu treiben, weiset uns der Author
zum Gold der Sonnen, welches der Weissen
feinstes Gold ist; alsdann reitera so lang, biss
es roth glanzend werde wie ein Carfunckel, alsdann
ein Quintel Golds geschmolzen und im Fluss
ein Theilgen von der Tinctur hinein geworffen,
wird dich lehren, wie viel du darmit unvollkomner@
Metallen @ins feinste Gold verwandlen könnest,@
welches hiermit, GOtt Lob das Ende.
Zum Schluss folget
Die Philosophische Practica durch
vollkommne Erklärung deren Cabalisti-
schen Zeichen Salamonis, in vierzig
vier Zahlen beschlossen,
Als:
Nro. I. Mercurius in viscoser wässerigter
Substanz ist das Chaos und einzige Subjectum
deren philosophischen Chymicorum.
2. Gleich-
@
( 64 ) 
----------------------------------------------
2. Gleichwie der Polar-Stern durch sein Centrum
das bewürckende Objectum vorstellet.
3. Ist das Contrefait des Philosophischen
zwiefachen Gefäss, und die Deutung auf das bewürckende
Feur.
4. Zeiget an eine Separation in Wasser und
eine Jungfräuliche Erde, welche
5. Durch fünff magische und vier künstliche
Imbibirungen wachsend gemacht wird, dass sie
wie Schusterpech aufflauffet.
6. Ist die Conjunction beyder, des Wassers
und der Erde, und bedeutet durch die Zahl X
das Ende des Wasser-Reichs oder der äussern
finstern Welt;
7. Und ersten Eintritts zur Lunarischen oder
Paradisischen Lufft und Geist-Welt durch übersteigung
deren reinen Elementen in Form dreyer
Principien;
8. In Zuruck lassung einer fix-schweren finstern
Erde, worinnen doch das Salz der Herrlichkeit
stecket, welches recht zu calciniren und heraus
zu laugen wissen, der Schlüssel der Kunst ist.
9. Bedeutet die innerliche Conjunction beyder
Saamen solis & Lunae, oder Mercurii und
sulphuris in Wasser und Oehl.
10. Welches der innere Geist des flüchtig gewordenen@
Mercur-@Wassers verrichtet.@
11. Bedeutet die reduction oder Zusammenfügung
deren drey Principien in der Fäule und
Schwärze.
12. Nachdeme zuvor durch die astralische Be-
wur-
@
( 65 ) 
----------------------------------------------
würckung des Polar-Sterns die Calcinirung
der Erde wohl und recht geschehen.
13. Stellet vor das geheime deren Philosophen
gedoppelt Feur, so wohl ihr trocknes hiziges,
als feucht-kaltes, welche jezo in einander
verschlungen liegen.
14. Deutet auff die rechte anordnung deren
Gefässen.
15. Da im Oeffnungs-Glass das Salz cal ciniret,
16. Und durch circulirung des feuchten Wasserfeurs
ausgelauget wird, also zwar,
17. Dass die Quint Essenz aus denen vier
reinen Elementen in einem Schwadenhafft vorbrechen
könne:
18. Welches geschiehet in einem dreyfachen
künstlich gestellten Ofen Athanor.
19. Da das lezte Gefäss ein leeres Nest ist.
20. Zeiget an das argentum vivum, oder
den Mercurium Philosophorum, welcher im
Centro der vereinigten philosophischen Materien
zu finden.
21. Welches Mittelding genug geschickt ist,
das ganze Werck allein auszuführen, und in die
zehende Naturs-Zahl (worüber nicht zu schreiten)
zu sezen.
22. Der Polar-Stern macht in der Reduction
des Cristall-Steins der ersten Ordnung
durch das magische Feur den Anfang:
23. Die Zahl X deutet auf die Vielheit der
Pfauenschweissigten Farben, welche durch den
jezt
@
( 66 ) 
----------------------------------------------
jezt feurig gewordenen, und das Mercurial-
Wasser übermeisternden Sulphur erwecket werden.
24. Wornach durch sie Eintrocknung sich alles
zu weissen beginnet.
25. Deutet auf dem fix werdenden Mercuri um,
26. Welcher mit dem Sulphure und Calz
ein Feurbeständige Tinctur wird.
27. Massen es jezo ist der weisse Stein und
weisses Gold der Weissen, so alle unvollkommene@
Metal@len ins feinste Silber verwandlet.@
28. Der Schlüssel lehret, dass das Paradisische
Lufftreich am End, und jezo die Thür zur
himmlischen Licht-Welt offen stehe.
29. Da Mercurius, welcher im Weissen
Stein fix worden, jezo ein Feur-kämpffer und
Salamander werden könne.
30. Zeiget die Multiplication, wie nehmlichen
das ihme nach proportion zugefügte Mercurial
-Wasser gleich einer Milch durch Lab oder
Renne zu einem vollkommnen Coagulo könne
figirt, und hierdurch der Stein in der Qualitèt
und Quantitét zu tingiren in unendlich könne
gemehret werden.
31. Der polar-Stern zielet zu Anfangs des
rothen Wercks auf lindes Feur, dass mans nicht
mit Gewalt in die Röthe treiben solle.
32. Die Vollkommenheit dieses Wercks zeiget
wie in einem Spiegel die Erkantnuss alles
Naturs-Geheimnüssen.
33. Leh-
@
( 67 ) 
----------------------------------------------
33. Lehret, dass man den weissen Stein theilen
möge, einen zu behalten zur weissen Tinctur
auf Silber, und eines zum weissen trinck Gold,
dann drittens ein Theil zu zermalmen,
34. Und über die rothen Stein streuen und
vermischen solle;
35. Damit beyde Sonn und Mond als das
Gold und Silber der Weissen, der König und
die Königin mit einander verbessert, conjungiret,
und in die höchste Exaltation gebracht werden
mögen, welches nun zum drittenmahl die zehente
Naturs Zahl zu End bringet.
36. Dann der fixe Sulphur Solis verwandelt
den weissen fixen Sulphur Lunae, als ein Ferment
ganz und gar in sich:
37. Und der fixe weisse Sulphur Lunae erkühlet
und erquicket den hizig und feurigen Sulphur
Solis, dass er immer höher und höher exaltiret
werden könne.
38. Deutet auff das vierte Element die Erde,
worauff Hermes zielet, sprechend: si versum
fuerit in terram, das alsdann erst des Steins
Krafft ganz und vollkommen seye.
39. Welcher als ein feuriger Geist-Leib die
lüfftigste Elementen Feur und Lufft
40. Ja das feuchtfeurige Mercurial-Wasser
selbsten zur fixen Erde und feurbeständigen Stein
gemacht und bezwungen.
41. Bedeutet, dass dieser Stein Leib, Geist
und Seele besize: Einen Leib, weil er sichtig und
greifflich ist: Einen Geist, weil er alle Metallen
C 2 durch
@
( 68 ) 
----------------------------------------------
durch dringet: und eine Seel, welche feuriger
Eigenschafft halber alles maturiret, tingiret,
und alle metalla perfectioniret.
42. Deutet an die Quint-Essenz in beyden
Steinen, welche aus einem einfachen Weesen
zum Binario, alsdann zum Ternario, endlichen
zum reinen Quaternario, und jezo gar zum
Quintum Esse gestiegen. Weiters deutet es auf
die Multiplication, da das weisse so wohl als
rothe Quintum Esse als die edelste Sol und Luna
zusammen vermischter in infinitum gemehret werden
können.
43. Zeiget an das End: Finis enim coronat
opus: Und zeigen die drey Cronen weithers, dass
der philosophische Tinctur-Stein die drey Reiche
als das vegetabilische, animalische und mineralische
besiegen und veredlen könne.
44. Welches die edle Conjunction Solis &
Lunae durch das magisch-himmlische Feur zu so
hoch und edlen Stand gebracht.
E p i l o g u s.
Ass unsere Ehrwürdige Alten und philosophische
Vorfahrer in Beschreibung ihres
hohen Wercks und wundervollen Steins sich allegorischer
Schreib-Arten, emblematischer Figuren
und caballistischer Zeichen bedienen wollen,
ist nicht der Ursach willen geschehen, ob hätten
sie hierdurch den Weissen oder begierigen Su-
chern
@
( 69 ) 
----------------------------------------------
chern und Lehrjüngern der Natur ihr Geheimnuss
neidhafft nicht gönnen wollen, sondern damit
nur die Unweissen, und sophistische Process-Krähmer,
denen Naturs-Pfad zu simpel dauchen
will, allein von ihrem Naturs-Geheimnuss ausgeschlossen
verbleiben solten.
Und obgleich jeweilen von lezteren mit Ungedult
deren ersteren procedere gegen ihre Irrung
und Rösten-volle manipulationen pflegt auffgenommen
zu werden, so gibt man doch eben dardurch
an Tag, dass man von Irrweg auff die
Wahrheits - Spur nicht volle geleitet seyn: in
Ansehung dessen dann die Herren Philosophi
wohl und weisslich gethan, solchen Einbildungsvollen
Suchern, welchen nicht zu rathen, hyerogliphische
allegorien, tropische Figuren,
emblematische Sinnbilder, und Caballistische
Zeichen entgegen zu sezen, welche doch denen
Kindern der Weissheit im mystischen Naturs-
Verstand alle Geheimnüssen ihres Gesuchs, zur
vergnüglichsten Zeit-Vertreib bloss und auffgedeckt
entdecken.
Dahero auch einem Naturs-Begierigen Lehr-
jünger gar nicht schwer, nicht allein ihre allegorische,
emblematische und Caballistische Verblümung
zu ergründen, und wie in diesen Tractätlein
geschiehet, zu erklähren, sondern aus
diesem geheimen Philosophischen A. B. C. alle
ihre dunckle schrieb-Art zu verstehen, und daraus
die Theorie und Practicam ordentlich zu erlernen.
C 3 Wie
@
( 70 ) 
----------------------------------------------
Wie nun diese zwölff Emblemata, Paragraphi
und so viel Canonen klar seynd erkläret, und
nebst der Naturs-künstlichen Practic die Theorie
sehr starck jenen offen stehet, welche schon mehrere@
philosophi@sche Schrifften durchlesen, also versichere,@
dass auch in der Caballistischen Practicâ
seye gar nichts vergessen, sondern alles zur Kunst
gehörige darinnen begriffen.
Zwey haupt-Puncta, wovon alle Philosophi
starckes Silentium halten, hab in diesem Tractat
am offenbahresten belehret, und seynd diese: Erstlich
das philosophische Chaos und einzige primaterialische
Materie nach seinem innern und
dussern, auch wo und wie sie zu erhalten, und
zu tractiren; Dann zweytens das Secretum Secretissimum
dero geheimen Feurs, welches auch
jeweilen sigillum Hermetis benennt wird, beydes
Sonnenklar gezeiget:
Wird nun meine Wohlmeynung nicht mit Undanck
auffgenommen werden, so diene zum voraus,
dass nicht zu lang anstehen wolle, mit dergleichen
kurzem Tractätlein (weilen wie jederman,
die kürze Liebe) dem begierigen Leser zum
vergnüglichen Nuzen bereitwillig auffzuwarthen,
der wie allzeit genennt werden will.
L. C. S.
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@
@